Kapitel 3 Pathogenetische Wirkmechanismen von autologem Blutplasma

In diesem Kapitel möchte ich näher auf die pathogenetischen Wirkmechanismen von autologem Plasma eingehen.

In der biologischen Hinsicht zeigt der Wirkmechanismus der Plasmolifting-Methode eine Ähnlichkeit mit dem pathologischen Mechanismus der Bildung eines arteriellen „weißen Thrombus“. In beiden Fällen stellen Blutplättchen und Leukozyten das morphologische Substrat dar. Jedoch sind bei der Plasmolifting-Methode nur eine minimale Anzahl von Leukozyten, insbesondere Neutrophilen, vorhanden.

Die nachstehenden Ausführungen sollten aus unserer Sicht dazu beitragen, einen tieferen Einblick in den Wirkungsmechanismus von autologem Plasma auf Gewebe zu gewinnen.

Derzeit ist die Anwendung von autologem Plasma weit verbreitet in unterschiedlichsten Bereichen der Medizin. Meistens wird Plasma als Mittel zur Bekämpfung von Pathologien eingesetzt, die durch langanhaltende Entzündungen gekennzeichnet sind, deren chronischer Verlauf sich mit Krankheitsausbrüchen abwechselt: Zu diesen Erkrankungen zählen beispielsweise Akne, chronische generalisierte oder lokalisierte Parodontitis, Gingivitis, Periimplantitis, Endozervizitis usw.

Das heißt, es handelt sich um Gewebe ekto- und endodermalen Ursprungs (Epidermis- und Bindegewebe) mit Entzündungen infolge Stauungserscheinungen, die durch die Bildung einer diffusen oder fokalen mononukleären Infiltration gekennzeichnet sind. Da die „Reservekräfte“ in solchen Geweben begrenzt sind und die lokalen Immunmechanismen gestört sind, kommt es im Entzündungsherd nicht zu einer wirksamen Zellproliferation, die sich in einer vollständigen Gewebereparatur resultiert, sondern zu einer sekundären Gewebeschädigung (Gewebealteration), die durch die Zellen des chronischen Entzündungsherdes selbst verursacht wird.

So wird eine verhängnisvolle Spirale in Gang gesetzt.

3.1. Erste Phase: Reaktion der Gefäßwand

Entzündetes Gewebe ist meist durch eine Schädigung des Endothels gekennzeichnet, was wiederum zu Durchblutungsstörungen führt. Die Reaktion der beschädigten Gefäßwand äußert sich in einer Vasokonstriktion, deren Auslösung in großen Gefäßen mit einem Neuro-Reflex-Mechanismus und in Kapillaren mit einer Kontraktion der Myofibrillen von Endothelzellen verbunden ist. Die Kontraktion der Gefäßwand kann durch vasoaktive Substanzen angeregt werden, die aus an der Verletzungsstelle haftenden Blutplättchen freigesetzt werden: Serotonin, Adrenalin und Thromboxan A2. Andererseits kann Bradykinin, das den Faktor XII (Hageman-Faktor) aktiviert, die Permeabilität von Kapillaren erhöhen, wodurch diese mit der freigesetzten Flüssigkeit von außen komprimiert werden.

Bei den Reaktionen der geschädigten Gefäßwand spielt eine wichtige Rolle auch das Endothel selbst, das sowohl antithrombogene als auch thrombogene Faktoren produzieren kann.

3.2. Zweite Phase: Thrombozytenadhäsion

In den ersten Sekunden nach einer Verletzung kommt es zur Adhäsion (Anhaften) von Blutplättchen an die Kollagenfaser der zerstörten Gefäßwand. Dieser Prozess ist in erster Linie auf die physiologischen Reaktionen von Blutplättchen auf Verletzungen zurückzuführen. Diese Reaktionen werden durch Rezeptoren ausgelöst, die als Vermittler zwischen Blutplättchen und verschiedenen Umweltfaktoren fungieren.

Die meisten in der Zellmembran des Blutplättchens verankerten Rezeptoren sind Glykoproteine (Tabelle 3.1).

Thrombozytenrezeptoren und ihre Agonisten

Tabelle 2.1

 

Membranrezeptoren

Agonisten (Liganden)

Rezeptorenanzahl pro Blutplättchen

Rezeptoren für Proteine mit hohem Molekulargewicht

GPIb-V-IX

von Willebrand-Faktor (vWF), Thrombin

50 000

GPIIb-IIIa

Fibrinogen, von Willebrand-Faktor, Fibrin, Fibronektin, Vitronektin, Thrombospondin

50 000

GPIc-IIa

Fibronektin, Laminin

1000

VN-R

Vitronektin, Thrombospondin

100

GPIa-IIa

Kollagen

1000

GPIIIb

Thrombospondin

 

GPVI

Kollagen

 

Rezeptoren für physiologische Stimulanzien

P2-R

Adenosindiphosphat

hohe Aff. 600;

niedrige Aff. 60.000

A-adr-R

Adrenalin

300

5-HT-R

Serotonin

50

H1R

Histamin

 

V-R

Vasopressin

 

Thr-R (STDR)

Thrombin

1700-2000

TP-R

Thromboxan

1000-1700

Ein Ende des Rezeptor-Glykoproteinmoleküls befindet sich im extrazellulären Raum, während das andere Ende die Membran durchdringt und mit den Blutplättchenstrukturen auf der Innenseite der Zytoplasmamembran in Kontakt steht. Auf den äußeren Teilen der Glykoproteinmoleküle befinden sich Rezeptordomäne, die verschiedene spezifische Substanzen (Liganden) erkennen. Nach Bindung eines Liganden an den Rezeptor wird ein Aktivierungssignal erzeugt, das ins Innere des Blutplättchens weitergeleitet wird.

Liganden sind Substanzen, die spezifisch mit ihren Rezeptoren interagieren, dessen Konformationsänderungen bewirken und so die funktionelle Aktivität von Blutplättchen beeinflussen können. Jeder Rezeptor verfügt über einen oder mehrere physiologische Agonisten und kann diese mit hoher oder niedriger Affinität binden (Abb. 3.1).

Abb. 3.1. Glykoproteinrezeptoren der Zellmembran von Blutplättchen.

Die direkte Adhäsion von Blutplättchen an subendotheliale Kollagenfasern erfolgt dank eines zur Integrinfamilie angehörigen Kollagenrezeptors: Glykoprotein Ia/IIa (Integrin α2β1). Und die Stabilisierung der resultierenden Verbindung wird durch den von-Willebrand-Faktor, kurz vWF, gewährleistet, der eine Verbindung zwischen den subendothelialen Kollagenfasern und dem Blutplättchenrezeptor, dem Glykoprotein Ib-IX, herstellt (Abb. 3.2).

 

 

Abb. 3.2. Schema der Thrombozytenadhäsion an der Gefäßwand.

3.1.              Dritte Phase: Aktivierung und Degranulation von Thrombozyten

Wie oben bereits erwähnt, erfolgt die Aktivierung von Blutplättchen durch Adhäsion unter Beteiligung der subendothelialen Strukturen der Gefäßwand (Kollagenmikrofibrillen), was zu einer Verwandlung der Scheibenform von Blutplättchen in eine Kugelform und zur Ausbildung von Fortsätzen (Pseudopodien der Blutplättchen) führt. Die kollageninduzierte Thrombozytenaggregation hat eine ziemlich ausgeprägte latente Phase und kann 5–7 Minuten dauern.

Bei der Freisetzungsreaktion (Degranulation) handelt es sich um eine selektive Freisetzung bestimmter in Granula vorhandener Substanzen aus den aggregierten Blutplättchen bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Unversehrtheit der Zelle. Bezeichnenderweise geht die Sekretion des Inhalts der Granula in das Plasma nicht mit einer Lyse der Zellen einher, bei der die Membranen zerstört und die Organellen zusammen mit ihrem Inhalt an die Umgebung abgegeben werden. Bei der Freisetzungsreaktion stoßen die Granula ihren Inhalt mittels Kontraktion des mit der Zelloberfläche verbundenen Mikrotubuli-Systems aus, während die Blutplättchen ihre Unversehrtheit bewahren oder jedenfalls die Fähigkeit zur Ausübung ihrer Funktionen behalten (Abb. 3.3).

 

Abb. 3.3. Aktivierung und Degranulation von Thrombozyten.

Formal wird die Freisetzungsreaktion in folgende Stufen unterteilt:

1) Aktivierung: Einwirkung verschiedener Substanzen (Kollagen, Thrombin und andere Faktoren) auf die Membran, die sie stimulieren und zur Ca2+-Freisetzung aus intrazellulären Speichern führen;

2) Ca2+-Übertragung: der Ca2+-Einstrom in die Zelle.

In den letzten Jahren wurde festgestellt, dass Ca2+ eine Schlüsselrolle bei der funktionellen Aktivität von Blutplättchen spielt. Es gibt eine Reihe von Beweisen für diese These, vor allem eine Analogie zu anderen Zellen, von denen bekannt ist, dass Ca2+ als Anreger der Sekretion und Kontraktion fungiert. Zu den indirekten Beweisen gehört die bekannte Tatsache, dass die Adhäsion und Sekretion des Inhalts von den Blutplättchengranula durch das kationische Ionophor A23187 induziert wird. Dabei ist die Reaktion auf diese Verbindung dieselbe wie bei Einwirkung anderer Reize. Und letztens kann man zu den direkten Beweisen die Blockierung der funktionellen Aktivität von Blutplättchen sowie die Hemmung der Ca2+-Freisetzung aus dem sarkoplasmatischen Retikulum durch einige Lokalanästhetika zuordnen. Obwohl dies auf der experimentellen Ebene nicht schlüssig bewiesen wurde, gibt es Hinweise darauf, dass intrazelluläre Ca2+-Ressourcen eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Funktionen von Blutplättchen spielen.

Mit einem Anstieg der Ca2+-Konzentration im Zytoplasma wird Ca2+ aus der Membran freigesetzt, was zu einer schnellen Veränderung der Blutplättchenform führt. Die vesikulären Organellen geben dann Ca2+ in das Zytoplasma ab und lösen eine Freisetzungsreaktion aus. Dabei wird Ca2+ in die Umgebung abgegeben und es kommt zu Veränderungen in der Plasmamembran, die sich in einer erhöhten Permeabilität für Ca2+ äußern. Bei der Ca2+-Freisetzung aus dichten Granula verbindet sich die Membran dieser Organellen mit der Zellmembran oder Membran des mit der Zelloberfläche verbundenen tubulären Systems, die bei der Kontraktion Ca2+ und einige andere Verbindungen in das Zytoplasma transportiert.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Regulierung des Ca2+-Spiegels für den kontraktilen Zustand der Zelle und die Aktivität des für die Aggregation, Freisetzungsreaktion und Blutgerinnselretraktion erforderlichen kontraktilen Mechanismus sorgt, wurde eine beachtliche Anzahl von Studien durchgeführt, um Ca2+-Rezeptoren in Blutplättchen zu identifizieren. Zu den äußerst bedeutsamen Ergebnissen dieser Studien gehört die Isolierung von vier Ca2+ bindenden Proteinen (markiert mit [g-32P] ATP) aus Blutplättchenlysaten (Molekulargewicht 50.000, 28.000, 15.000 und 11.000 Dalton). Der größte Einbau der Markierung wurde in der Proteinfraktion mit einem Molekulargewicht von 11.000 Dalton gefunden, und nur dieses Protein aus den vier Rezeptoren war in intakten Blutplättchen mit P-32 markiert. Es ist auf der Zelloberfläche lokalisiert und bindet 1 Mol Ca2+ pro 1 Mol phosphoryliertes Protein.

Das Ergebnis der Aktivierung ist die Freisetzung einer Reihe von Substanzen, die als starke Thrombozytenstimulanzien dienen (Adenosindiphosphat, Serotonin, Adrenalin, instabile Prostaglandine, Thromboxan A2, Plättchenaktivierender Faktor (PAF)).

Adrenalin, Kollagen und Thrombin aktivieren durch die Bindung an Membranrezeptoren zwei Membranenzyme: Phospholipase C und Phospholipase A2. Diese Enzyme katalysieren den Abbau von zwei Membranphospholipiden, Phosphatidylinositol-4,5-bisphosphat und Lecithin, zu Arachidonsäure. Zunächst wird eine kleine Menge Arachidonsäure in Thromboxan A2 umgewandelt, das wiederum Phospholipase C aktiviert. Die Bildung von Thromboxan A2 aus Arachidonsäure wird durch Cyclooxygenase katalysiert.

Durch die Hydrolyse von Phosphatidylinositol-4,5-bisphosphat entstehen Diacylglycerin und Inositol-1,4,5-trisphosphat. Inositol-1,4,5-trisphosphat bewirkt die Freisetzung von Calzium in das Zytoplasma, was die Phosphorylierung der leichten Myosinketten auslöst. Die Wechselwirkung von Myosin und Aktin sorgt für die Bewegung der Granula und Veränderungen der Form der Blutplättchen.

Diacylglycerin aktiviert die Proteinkinase C, die eine Reihe von Proteinen phosphoryliert, darunter Myosin-leichte-Ketten-Kinase (MLCK) und Pleckstrin (ein 47-kDa -Protein). Es wird angenommen, dass die Phosphorylierung dieser oder anderer Proteine auch die Degranulation von Blutplättchen reguliert.

Thromboxan A2, das aus Arachidonsäure in Blutplättchen gebildet wird, stimuliert deren Aktivierung, während Prostacyclin (Prostaglandin I2), das aus derselben Säure im Endothel gebildet wird, unterdrückt die Thrombozytenaktivierung durch Erhöhung des Spiegels an zyklischem Adenosinmonophosphat.

Die abschließende Phase der Freisetzungsreaktion ist die Sekretion, die in zwei Stufen erfolgt: die Freisetzung von Inhalten aus den dichten Granula (hauptsächlich Serotonin, Adenosindiphosphat, Ca2+) und die aus den α-Granula erfolgten Sekretion von Wachstumsfaktoren, die Regenerationsprozesse auslösen können, sowie Adenosintriphosphat, Plättchenfaktor 4, der Heparin binden und neutralisieren kann, Faktor III, der das Endstadium der Gerinnung, die Bildung von Fibrin, katalysiert, sowie die Sekretion von Ca2+, Lipiden und einigen Hydrolasen in Spurenmengen. Die im Zytoplasma, in den Mitochondrien und in der Membran befindliche Enzyme werden von der Zelle zurückgehalten.

Daher wird die Tatsache offensichtlich, dass bei der Verabreichung von autologem Plasma in eine Körperzone die gleichen Prozesse der Blutplättchenadhäsion und der Freisetzung entsprechender Wachstumsfaktoren aus α-Granula stattfinden wie im Normalfall.

3.1. Wachstumsfaktoren und Mechanismus ihrer Wirkung auf Gewebe

Wachstumsfaktoren sind Proteinmoleküle mit einem spezifischen Satz an Aminosäuren. Die wichtigsten in Blutplättchen enthaltenen Wachstumsfaktoren und ihre Funktionen sind in Tabelle 3.2 beschrieben.

Der epidermale Wachstumsfaktor (EGF) ist eine Proteinverbindung mit einem Molekulargewicht von 6000 Da, deren Molekül aus 53 Aminosäureresten besteht; Sie wurde zum ersten Mal aus den Speicheldrüsen von Mäusen isoliert (Abb. 3.4). Der amerikanische Biochemiker Stanley Cohen entdeckte EGF zufällig während eines Laborexperiments im Jahr 1962. Es handelt sich um ein Polypeptid mit geringem Molekulargewicht, das in vielen Körpergeweben nachgewiesen wurde. Die bestätigten und angenommenen EGF-Funktionen können in endokrine und parakrine unterteilt werden. EGF kommt in Blut, Urin, Zerebrospinalflüssigkeit, Milch, Speichel, Magen- und Pankreassaft vor.

Der EGF-Rezeptor gehört zur ErbB-Familie der Rezeptor-Tyrosinkinasen, die auch HER2/erbB2 und HER3/erbB3 einschließt. Sie alle sind attraktive Ziele in Behandlungsstrategien von Krebserkrankungen. Der EGF-Rezeptor ist ein komplexes Proteinmolekül, das in einem der Gene kodiert ist. Der Wirkungsmechanismus ist folgender: EGF bindet an spezifische extrazelluläre Rezeptoren, die zwei extrazellulären Domäne verbinden sich, dadurch wird Tyrosinkinase aktiviert, nachfolgend reagieren Signalmoleküle mit der Tyrosinkinase und es entsteht ein Signal zur Zellteilung (Abb. 3.5).

Genau dieser unterdrückt die Arbeit des für das Altern verantwortlichen Gens und stimuliert die Aktivität und das Wachstum der Hautzellen. Es regt die Bildung junger Hautzellen durch die Beschleunigung des Regenerationsprozesses an, mit der Auswirkung, dass Faltentiefe deutlich reduziert wird, Altersflecken verschwinden und der

Tabelle 3.2

 

Wichtigste Wachstumsfaktoren und ihre Funktionen

Protein

Funktion

IGF (Insulin-like Growth Factor)

Anregung von der Stammzelldifferenzierung, Verbesse-rung des Knochenstoffwechsels und der Kollagensynthese

PDGF (Platelet-Derived Growth Factor)

Er enthält Signalpeptide, wird von Blutplättchen und Makrophagen synthetisiert, transformiert Zellen, die über entsprechende Rezeptoren verfügen, aktiviert die Prolife-ration und Migration mesenchymaler (osteogener) Zellen, regt die Angiogenese an.

EGF (Epidermal Growth Factor)

Stimulation der Proliferation von Fibro- und Osteoblasten, Anregung der Fibronektinsynthese.

 FGF (Fibroblast Growth Factor)

Er wird von Endothelzellen, Makrophagen, Osteoblasten und Blutplättchen produziert, bewirkt die Expression im Knochengewebe, Angiogenese, Ossifikation und induziert die TGF-Produktion in Osteoblastenzellen.

TGF-b (Superfamilie von TGF, Transforming Growth Factor)

Sie werden von Blutplättchen und Osteoblasten gebildet, kommen in großen Mengen in Blutplättchen vor, enthal-ten ein Signalpeptid und 16 Domänen mit Calcium-Bin-dungsstellen. Das sind multifunktionale Faktoren, da sie nicht nur die Differenzierung mesenchymaler Zellen indu-zieren, sondern auch eine Vielzahl zellulärer und interzel-lulärer Reaktionen hervorrufen, darunter die Produktion anderer Wachstumsfaktoren. TGFs umfassen knochen-morphogenetische Proteine, von denen einige (Bone morphogenetic protein-2 (BMP-2), Osteogenin oder BMP-3, -4, -5, -7, -8 und -9) ausgeprägte Osteoinduktoren sind.

PDGF aus Endothelzellen

Dieses Enzym, das die Integrität der Blutgefäße aufrecht-erhält, hat eine stimulierende Wirkung auf Endothelzellen und hat eine angiogene Wirkung. Sein Gen ist auf Chro-mosom 22 lokalisiert.

VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor)

Es gibt 4 Arten von VEGF-Faktoren: A, B, C und D. Sie beteiligen sich an der Angiogenese und induzieren die Proliferation von Gefäßendothelzellen und sind Heparin-bindende Proteine

PGF-1/-2  (Placenta Growth Factor)

Verstärkung der Wirkung von VEGF und Erhöhung der Durchlässigkeit von Gefäßwänden

Thrombospondin

Es ist über 3 Gene auf den Chromosomen 1, 6 und 15 lo-kalisiert, kommt in Blutplättchen und der Basalmembran von Blutgefäßen vor, wird von Osteoblasten synthetisiert, befindet sich im Osteoid und vermittelt die Knochenzell-adhäsion

Osteonectin, (Secreted protein acidic and rich in cysteine und kurz SPARC genannt, auch culture shock protein)

Es macht 15 % der organischen Komponente der Kno-chenmatrix aus, ist auf Chromosom 5 lokalisiert,

kommt in Osteoblasten, Odontoblasten, Chondrozyten und Blutplättchen vor, reguliert die Proliferation und Interaktion von Zellen mit der Matrix und bindet an die b-Kette von PDGF.

 

 

Abb. 3.5. Mechanismus der Signalübertragung von EGF zum Zellkern.

Haut ein jugendliches und frisches Aussehen verliehen wird.

Es hilft, altersbedingte Veränderungen zu bekämpfen, wie z.B.:

  • verhornte Hautzellen zu beseitigen und Falten zu glätten, die Haut glatt, elastisch und weich zu machen und zu verjüngen,
  • die Haut vor Schäden und Reizungen zu schützen,
  • die Wirkung des BCL-2-Gens, das die Zellalterung verzögert, zu verstärken, Wunden zu heilen, die schädlichen Auswirkungen von ultravioletter Strahlung, niedrigen Temperaturen und die negativen Auswirkungen der Einnahme von Medikamenten zu reduzieren,
  • das Gefühl trockener und gespannter Haut zu beseitigen, Reizungen zu lindern und die Fähigkeit der Epidermis zur Feuchtigkeitsbindung zu erhöhen,
  • die Hautfarbe zu verbessern,
    • den Zellstoffwechsel zu fördern, der Pigmentierung und Bildung dunkler Flecken nach Sonnenbaden vorzubeugen,
    • die Durchblutung der Epidermis zu verbessern, die Hautfarbe natürlich und gesund zu machen.
    • Es ist darüber hinaus die Quelle der Gesundheit und Schönheit der Haut, da es ihr viel Feuchtigkeit spendet und die Synthese makromolekularer Proteine verbessert, die für ihre Elastizität sorgen.

In der Regel sind chronisch entzündete Gewebe durch eine beeinträchtigte Angiogenese aufgrund einer unzureichenden Produktion von gefäßfördernden Wachstumsfaktoren oder einer erhöhten Sekretion von Angiogenese-Inhibitoren (Thrombospondin, Matrix-Metalloproteasen und Plasminogenaktivatoren, Endostatin usw.) gekennzeichnet. Die Angiogenese wird zeitlich und räumlich streng durch Wachstumsfaktoren reguliert. Den wichtigsten Anstoß zur Angiogenese unter physiologischen und pathologischen Zuständen gibt ein Sauerstoffmangel (Hypoxie oder Ischämie), der mit Hilfe des Transkriptionsaktivators von Angiogenesefaktoren, den Hypoxie-induzierten Faktor 1 (HIF-1), die Expression vieler angiogener Faktoren auslöst und vor allem des Hauptregulators der Angiogenese, VEGF und seiner Rezeptoren. VEGF stimuliert selektiv die Proliferation und Migration von Endothelzellen, ihren Vorläufern und Monozyten, die Rezeptoren für das Faktor exprimieren, erhöht die Gefäßpermeabilität, fördert das Austreten von Plasmaproteinen in den für die Migration von Endothelzellen erforderlichen perivaskulären Raum, induziert die Expression der endothelialen NO-Synthase und die Bildung von NO, das die Vasodilatation fördert und stimuliert die Expression von Proteasen, die die Verbindungen zwischen Endothelzellen und der extrazellulären Matrix zerstören, was für die gerichtete Zellmigration notwendig ist.

Am Prozess der Stabilisierung und „Reifung“ des neu gebildeten unreifen Gefäßnetzes sind beteiligt:

1) Angiopoietin-1, das die Proliferation von Endothelzellen unterdrückt, die Gefäßpermeabilität verringert und die Anziehung von Perizyten fördert,

2)  PDGF, das Perizyten und glatte Muskelzellen anzieht,

3)  TGF-b1, das die Synthese von Matrixproteinen anregt.

FGF`s bilden eine Familie, die ca. 20 homologe Polypeptide mit ähnlichen Eigenschaften umfasst. Am besten untersucht ist FGF-2 (basic-FGF, 18 kDa). FGF stimuliert die Proliferation und Differenzierung von interstitiellen Zellen mesodermalen Ursprungs wie Fibroblasten, Osteoblasten, Chondroblasten, Myeloblasten, Endothelzellen.

 

3.1.   Proliferationshemmer und ihre Wirkung auf Gewebezellen  

Die Zellvermehrung im erforderlichen Ausmaß wird nicht nur durch Stimulantien, sondern auch durch Proliferationshemmer gesteuert. Zu letzteren gehören Chalone. Der Wirkungsmechanismus dieser Substanzen ist am Beispiel des Epithels gut untersucht. Diese Substanzen werden synthetisiert und in reifen Zellen abgelagert, die von der Haut abschuppen. Wenn die Anzahl dieser Zellen sinkt, wird auch die Konzentration von Chalonen niedriger, und somit nimmt die hemmende Wirkung ab, während die Zellteilung beschleunigt wird. Ein Entzündungsherd ist durch das Vorhandensein einer geringen Anzahl reifer Zellen und damit eines geringen Gehalts an Chalonen, den Mitosehemmern, gekennzeichnet.

 Einer der Mechanismen zur Hemmung von Proliferationsprozessen liegt in den Alpha-Granula der Blutplättchen selbst und wird durch Alpha-2-Makroglobulin zustande gebracht. Dieses Protein hat ein breites Wirkungsspektrum; es ist der wichtigste Inhibitor der Kinin-bildenden Enzyme im Blut und blockiert deren Wirkung, die Erweiterung von Gefäßen und Erhöhung ihrer Permeabilität. Hinzu hemmt es die meisten Proteinasen von Leukozyten, einschließlich Kollagenase und Elastase, und schützt so Bindegewebselemente vor Zerstörung. Schließlich kann Makroglobulin an Zellmembran von Neutrophilen binden und so deren Reaktion auf C3 und C5a hemmen (Chemotaxis).

Wenn also autologes Plasma in den Bereich der Verletzung und Entzündung verabreicht wird, erhöht sich folglich die Konzentration der Blutplättchen in diesem Bereich um mehrere hunderte Male im Vergleich zur natürlichen, wodurch ermöglicht wird, den entstandenen Teufelskreis chronischer Entzündungen mittels künstlicher Stimulation von Geweben zur Chemotaxis, Proliferation und Zelldifferenzierung und damit konsequenterweise zur Regeneration zu durchbrechen.